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Herzlich willkommen in der Grafschaft Veldenz

wo sich Mosel und Hunsrück die Hand reichen

Grafschafter Wandertag

Seit 2006 veranstalten die Ortschaften der historischen Grafschaft Veldenz in jedem Jahr einen gemeinsamen Wander- und Erlebnistag, der sich großer Beliebtheit erfreut.

Termin und Wanderrouten werden an dieser Stelle rechtzeitig bekannt gegeben.

Veldenz feierte 725. Jahrestag der Stadtrechte


Im Rahmen ihres 58. Wein- und Heimatfestes hat die Ortsgemeinde Veldenz an die ihr vor 725 Jahre verliehenen Stadtrechte erinnert. Den Festakt stellten rund zwei Dutzend Laiendarsteller in historischen Kostümen nach.

Fahnen und königliche Wappen vor dem Eingang zur evangelischen Kirche unterstreichen den festlichen Anlass: Die Dörfer der ehemaligen Grafschaft feiern einen denkwürdigen Tag: den 725. Jahrestag der Verleihung der Stadtrechte an Veldenz.

Am 22. April 1286 hatte König Rudolf I., der erste Habsburger auf dem deutschen Königsthron, dem Ort, oder vielmehr dem Grafen Heinrich von Veldenz, dieses Privileg zugestanden. Mit einer Aufführung in historischen Kostümen hat die Gemeinde daran im Rahmen des 58. Veldenzer Wein- und Heimatfestes erneut erinnert. Ruhestands-Pfarrer Georg Singer verlas den lateinischen Originaltext der Urkunde.

König Rudolf, dargestellt von Rudolf Becker, dem Vorsitzenden des Mertesdorfer Vereins "Forum Gaudi", trug die deutsche Übersetzung vor.

Zuvor hatte Singer in seiner Predigt mit dem Thema "Stadtluft macht frei" die einstige Bedeutung von Stadtrechten vor Augen geführt. Wer ein Jahr unbehelligt in der Stadt gelebt habe, sei seiner Knechtschaft entbunden gewesen. 725 Jahre später sollte über den Blick in die Vergangenheit aber nicht der in die Zukunft vergessen werden. "Seid frei von der Angst um Euch selbst, und denkt an die Freiheit eurer Kinder und Kindeskinder", forderte er die Festgäste auf.

Dass aus der beschaulichen Moselgemeinde nie eine richtige Stadt wurde, hatte laut Festredner Professor Franz Irsigler verschiedene Gründe. Einer davon sei die Nähe des "Fleckens" Veldenz zur gewachsenen Stadt Bernkastel gewesen, erklärte der Historiker, der an der Uni Trier lehrte. Bernkastel erhielt 1291 sein Stadtrecht. Entscheidend sei aber wohl etwas anderes gewesen: die Konkurrenz des zweiten Residenzortes der Veldenzer Grafen in Meisenheim am Glan. Insbesondere die lange Regentschaft Graf Georgs I. von 1298 bis 1347 habe Veldenz "klar in den Hintergrund treten" lassen. Dennoch sei die Umsetzung des Stadtprivilegs möglicherweise weiter als heute vorstellbar fortgeschritten gewesen. Denn auf einer Kartenskizze von 1562 seien Dorf und Burgfried von zinnenbewehrten Mauern umgeben. Obwohl davon heute keine Spuren mehr erhalten sind, ist Irsigler überzeugt, dass es eine solche Stadtmauer gegeben haben muss.

Ortsbürgermeister Norbert Sproß würdigte im Rahmen des feierlichen Festaktes den Eigentümer von Schloss Veldenz, Gilbert Haufs-Brusberg. "Sein Wirken und tatkräftiges Engagement" lasse die Grafschaft immer wieder neu aufleben und ziehe alle in Bann. Der Schlossherr wirkte auch dieses Mal mit. Er stellte Graf Heinrich von Veldenz und Geroldseck dar, der 1270 die Erbtochter des Grafen von Veldenz geheiratet hatte.

Im weiteren Verlauf des Festwochenendes standen zwei Weinproben auf dem Programm sowie Tanz im Garten der Villa Romana. Höhepunkte waren zudem die inzwischen 33. Oldtimersternfahrt, ein Festkommers unter Schirmherrschaft von Ministerpräsident Kurt Beck, der traditionelle Oldtimerkorso und eine geführte Weinerlebniswanderung.

Zur Grafschaft Pfalz-Veldenz zählten einst mehr als 200 Gemeinden zwischen Moseltal und Vogesen. Darunter Steintal bei Colmar, Kusel und Lauterecken in der Pfalz oder La Petite Pierre, die französische Partnergemeinde von Veldenz. Seit 2005 verbindet die Orte ein jährlicher Veldenztag. Bei der Premiere in Veldenz waren rund 50 Kommunen vertreten. Ab 2006 luden ein: La Petite Pierre, Lauterecken, Phalsbourg, Meisenheim am Glan und Theisbergstegen, Sitz des Fördervereins Pfalz-Veldenz nahe Kusel. 2010 schloss sich eine Delegation aus Veldenz dem Festumzug "600 Jahre Herzogtum Pfalz-Zweibrücken" in Zweibrücken an. Eine Veldenzerin, die Geschichte schrieb, war Anna, die im frühen 15. Jahrhundert den Wittelsbacher Stephan von Zweibrücken heiratete. Durch diese Ehe kam das Wappentier der Veldenzer, der blaue Löwe, nach Bayern.

(Quelle: Trierischer Volksfreund)